Und plötzlich kamst du

Ich war so zufrieden
und plötzlich kamst du
Die Welt war erleuchtet
die Zukunft voll Glück

Du flüstertest Lügen
ich wollte sie glauben
dann nahmst du mein Baby
und ließt mich zurück

Ich war so verzweifelt
was sollte ich tun
mein Baby, mein Baby
gib’s mir doch zurück

Die Wochen vergingen
die Tränen versiegten
ich blickte nach vorne
und selten zurück

Das Baby wuchs weiter
ich hoffte, es stirbt
irgendwo einsam
wie alles von dir

Die Welt dreht sich weiter
Das Baby, es lebt
Es hat einen Bruder
welch süßer Ersatz

Ich will ihn beschützen
vor dir und der Welt
Dann höre ich Schritte
es ist schon zu spät

Ich sehe die Hände
die nach ihm greifen
Lass mir mein Baby
du hast doch schon eins

Ich zücke das Messer
du blinzeltst erbost
wie kann ich es wagen
ich elendes Weib!

„Seht her, dieses Miststück
will einfach nicht teilen“
Du schaust in die Runde
sie stimmen dir zu

Ich kann dich nicht hassen
so gerne ich würde
ich geb’ dir mein Baby
wenn du mich nur fragst

Design, Design, Design

Im Moment bin ich fleißig am Designen, auch wenn man den Fleiß im Ergebnis nicht sieht. Aber das ist mir total egal, weil ich für mein eigenes Projekt designe: das Gruselspiel.

Kürzlich hatte ich ja von den altmodischen Tassen geschwärmt, deren Aussehen ich längst wieder vergessen habe, wobei das Gefühl bei ihrem Anblick jedoch geblieben ist. Fast eine Woche lang habe ich gebraucht, einen Türrahmen zu gestalten, der der Atmosphäre entspricht, die ich in dem virtuellen Raum erreichen möchte. Er ist einerseits ziemlich simpel, andererseits verfügt er über ein paar nette Details. Das Türblatt ist auch schon fertig, fehlt nur noch die Klinke.

Damit hätte das Zimmer Wände, Fenster, Tür, zwei Blumentöpfe und zwei Pflanzen. Als nächstes modelliere ich weitere Vasen und Pflanzen, dann Vorhänge, weiteren Kram und Mobiliar. Mir steht noch eine Menge Arbeit bevor, aber wenigstens habe ich die Formsprache einigermaßen beisammen.

Besonders freue ich mich auf das Texturieren und Einstellen von Licht sowie auf die Materials und Shader. Bei letzterem möchte ich, sofern ich dazu in der Lage bin, etwas ganz Feines programmieren. Der Effekt wird minimal sein, würde aber viel zur Atmosphäre beitragen. Zumindest in meiner Vorstellung. Ich muss es zunächst ausprobieren. Vielleicht wird alles nichts.

Mein Plan sieht momentan so aus, dass ich erst einmal so viel Material erstelle, dass das Projekt nach einem Projekt aussieht, nicht nach einer von vielen ach so tollen Ideen, die letztlich keiner umsetzt. Danach eröffne ich irgendwo anonym einen Devblog und tingele mit dem Projekt durch irgendwelche Foren.

Eingebung

Gestern war ich in Düsseldorf, um Dinge zu tun, die ich abgesehen von essen immer in Düsseldorf tue: Schalen, Teekannen und Tassen angucken.

In einem Laden entdeckte ich diese beiden wahnsinnig tollen Tassen mit diesem unglaublich altmodischen Charme. In dem Moment wusste ich, dass ich entdeckt hatte, wonach ich schon seit Monaten suchte.

Beim Designen von privaten Projekten verfolgte ich meistens irgendein Gefühl, das ich visualisieren möchte und das der Betrachter hinterher so ähnlich empfinden soll. Jedes Projekt transportiert für mich ein anderes Gefühl. Das Horrorspiel, das meine Schwester und ich konzipieren, soll – zumindest in meiner Vorstellung – einen altmodischen Charme besitzen, als ob die Zeit in der Umgebung vor vielen Jahren stehen geblieben wäre. Eine individuelle Schönheit, nicht staubig, dafür eine Urigkeit, eine Wärme gepaart mit einer gewissen Sehnsucht, die ich nicht in Worte fassen kann.

Jedenfalls repräsentierten die beiden Tassen genau das. Die Farbgebung, die Materialität, die Muster.

Das Gute bei meinem eigenen Projekt ist, dass niemand erwartet, dass ich das, was mir vor Augen schwebt sofort visualisiere. Niemand reißt mir einfach die Zügel aus der Hand. Niemand stellt mittendrin die Weichen um. Ich kann alles langsam aufbauen, vom Groben zum Feinen, es formen wie ein Bildhauer eine Skulptur aus einem Klumpen Lehm. Ob es mir gelingt, weiß ich natürlich nicht, aber diese wunderschönen Tassen haben mir gezeigt, dass es theoretisch möglich ist, dass es in der realen Welt etwas gibt, das sich momentan noch diffus als Gefühl/Idee in meinem Kopf herumgeistert, aber hoffentlich nächstes Jahr auf meinem Bildschirm zu sehen sein wird.

Leider habe ich mir diese Tassen nicht gekauft. Hoffentlich sind sie beim nächsten Mal noch da.

Chancen

In letzter Zeit überkommt mich schubweise eine Traurigkeit. Ich weiß warum. Es ist vielleicht nicht das schönste Gefühl, das man sich vorstellen kann, aber letztlich handelt es sich nur um ein Nebenprodukt eines mehr oder weniger unterbewussten Verarbeitungsprozesses. Das Leben geht also weiter und ich schleife momentan lediglich ein paar Lasten hinter mir her, die ich leider nicht einfach so abstoßen kann.

Das Praktische ist, dass Traurigkeit mich zu Kreativität und Veränderung inspiriert. Nächste Woche, sobald ich das neue Ren-Dhark-Manuskript abgegeben habe, werde ich als erstes einen Plan für die nächsten Wochen erstellen, um mein Leben effizienter zu gestalten. Es gibt so viele Dinge, die ich schon seit Jahren tun möchte, für die ich aber bislang nie Zeit fand oder finden wollte.

Beispielsweise habe ich letztes und vorletztes Jahr einige Illustrationen angefangen und nie zuende gebracht. Seit 2015 wollte ich ein kleines Spiel entwickeln, bin aber über ein paar Concept-Arts und einer animierten Figur nie hinaus gekommen. Kürzlich habe ich mit der Recherche und ersten Türrahmen-Assets für ein neues Projekt begonnen, das aber zugunsten eines anderen zurückgestellt, aus welchem sich jedoch nichts ergeben hat.

Ich brauche dringend wieder einen Erfolg, und zwar in der Hinsicht, dass ich andere Menschen mit meiner Arbeit bewege. Das klingt vielleicht komisch, da ich schon seit einigen Jahren als Romanbuchautorin arbeite, aber Ren Dhark ist nicht unbedingt auf Emotionen oder komplizierte zwischenmenschliche Situationen ausgelegt, sondern primär auf Abenteuer und Action.

Vor ein paar Jahren hat mich jemand auf einen Comic angesprochen, den ich vor sechszehn Jahren mal auf eine Internetseite geladen und rund ein Jahr später wieder gelöscht hatte. Ich war sehr überrascht, weil ich den Comic eigentlich schon verdrängt hatte. Wer meine Comics von damals kennt, der weiß, dass die Geschichten … ungewöhnlich waren, sie also nicht darauf angelegt waren, besonders vielen Leuten zu gefallen. Ich wollte aber, dass die Leser etwas davon in Erinnerung behalten, und sei es nur ein Gefühl. Deshalb ist es für mich das schönste Kompliment, wenn sich jemand auch Jahre später noch an etwas von mir erinnert, das nur verhältnismäßig wenige Menschen je zu Gesicht bekommen haben.

Aus diesem Grund möchte ich demnächst einen neuen Roman umsetzen und dafür KiW zurückstellen. Es wird ein relativ kurzer Pseudo-Historical-Romance mit wenig Romance, aber dafür einer emotionalen Komplexität, die eher untypisch für das Genre ist. Das brauche ich jetzt. Ich bin gespannt, wie viele Leser den Roman enttäuscht in die Ecke schmeißen, wie viele bis zum Ende durchhalten, wie viele die Handlungs nachvollziehen können und wie vielen er gefällt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da draußen einige Leser sind, die genau auf eine solche Geschichte gewartet haben. Warum? In den letzten zwei, drei Jahren war ich selbst auf der Suche nach solchen Geschichten, und wurde bis auf ein, zwei Romane nicht fündig. Mein persönlicher Geschmack ist meines Erachtens nicht so abgedreht, als dass ich behaupten würde, eine Ein-Personen-Zielgruppe zu sein.

Und nein, ich sitze nicht traurig vor der Tastatur und tippe traurige Szenen. Beim Arbeiten bin ich zu konzentriert, um mich mit mir selbst zu beschäftigen. Wenn ich aber in zwei, drei Monaten noch traurig sein sollte, wird mir der Erfolg, das Buch fertig geschrieben zu haben, hoffentlich über das nervige Gefühl hinweghelfen. Aber erstmal muss ich anfangen. ;)

Unerträgliche Menschen

2005 oder so habe ich meinen allerersten richtigen Roman mit 450.000 Anschlägen getippt. Er war ziemlich schlecht, aber ich war zufrieden, weil ich zuvor nur 10-seitige Kurzgeschichten geschrieben und nie geglaubt hatte, dass ich überhaupt längere Texte schreiben könnte. Im Laufe der letzten Jahre habe ich das Manuskript zwei- oder dreimal neu geschrieben. Jetzt verspüre ich das Bedürfnis, die nächste Runde einzuleiten, weil mir neue Ideen gekommen sind, wie ich ihn besser machen könnte.

Unter anderem gibt es in dem Roman eine Figur, nämlich die „beste Freundin“ und Gegenspielerin der Protagonistin, auf die ich Lust habe. In der Urfassung war sie tatsächlich nur eine egoistische Schnepfe, später kam eine gewisse Weinerlichkeit hinzu, und auch die Protagonistin verweichlichte. Nun überlege ich, Nägel mit Köpfen zu machen und der Gegenspielerin ein paar exteremere narzisstische Züge zu verpassen. Gleichzeitig möchte ich die emotionale Abhängigkeit der Protagonistin von dieser Person besser herauskristallisieren.

Das klingt total öde, ich weiß.

Wenn wir auf unerträgliche Menschen stoßen, ist unser erster Gedanke in der Regel Flucht. Warum also sollte die Protagonistin die Gegenspielerin als Freundin betrachten? Wie kann man die Beziehung glaubwürdig darstellen? Das sind Dinge, die muss ich klären, bevor ich darüber nachdenke, ob der Leser sowas überhaupt lesen will.

Da ich selbst jüngst auf eine Person traf, der ich einfach nicht entkommen konnte, fand ich die Frage sehr spannend und habe mal ein bisschen Selbstanalyse betrieben.

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