Design, Design, Design

Im Moment bin ich fleißig am Designen, auch wenn man den Fleiß im Ergebnis nicht sieht. Aber das ist mir total egal, weil ich für mein eigenes Projekt designe: das Gruselspiel.

Kürzlich hatte ich ja von den altmodischen Tassen geschwärmt, deren Aussehen ich längst wieder vergessen habe, wobei das Gefühl bei ihrem Anblick jedoch geblieben ist. Fast eine Woche lang habe ich gebraucht, einen Türrahmen zu gestalten, der der Atmosphäre entspricht, die ich in dem virtuellen Raum erreichen möchte. Er ist einerseits ziemlich simpel, andererseits verfügt er über ein paar nette Details. Das Türblatt ist auch schon fertig, fehlt nur noch die Klinke.

Damit hätte das Zimmer Wände, Fenster, Tür, zwei Blumentöpfe und zwei Pflanzen. Als nächstes modelliere ich weitere Vasen und Pflanzen, dann Vorhänge, weiteren Kram und Mobiliar. Mir steht noch eine Menge Arbeit bevor, aber wenigstens habe ich die Formsprache einigermaßen beisammen.

Besonders freue ich mich auf das Texturieren und Einstellen von Licht sowie auf die Materials und Shader. Bei letzterem möchte ich, sofern ich dazu in der Lage bin, etwas ganz Feines programmieren. Der Effekt wird minimal sein, würde aber viel zur Atmosphäre beitragen. Zumindest in meiner Vorstellung. Ich muss es zunächst ausprobieren. Vielleicht wird alles nichts.

Mein Plan sieht momentan so aus, dass ich erst einmal so viel Material erstelle, dass das Projekt nach einem Projekt aussieht, nicht nach einer von vielen ach so tollen Ideen, die letztlich keiner umsetzt. Danach eröffne ich irgendwo anonym einen Devblog und tingele mit dem Projekt durch irgendwelche Foren.

Eingebung

Gestern war ich in Düsseldorf, um Dinge zu tun, die ich abgesehen von essen immer in Düsseldorf tue: Schalen, Teekannen und Tassen angucken.

In einem Laden entdeckte ich diese beiden wahnsinnig tollen Tassen mit diesem unglaublich altmodischen Charme. In dem Moment wusste ich, dass ich entdeckt hatte, wonach ich schon seit Monaten suchte.

Beim Designen von privaten Projekten verfolgte ich meistens irgendein Gefühl, das ich visualisieren möchte und das der Betrachter hinterher so ähnlich empfinden soll. Jedes Projekt transportiert für mich ein anderes Gefühl. Das Horrorspiel, das meine Schwester und ich konzipieren, soll – zumindest in meiner Vorstellung – einen altmodischen Charme besitzen, als ob die Zeit in der Umgebung vor vielen Jahren stehen geblieben wäre. Eine individuelle Schönheit, nicht staubig, dafür eine Urigkeit, eine Wärme gepaart mit einer gewissen Sehnsucht, die ich nicht in Worte fassen kann.

Jedenfalls repräsentierten die beiden Tassen genau das. Die Farbgebung, die Materialität, die Muster.

Das Gute bei meinem eigenen Projekt ist, dass niemand erwartet, dass ich das, was mir vor Augen schwebt sofort visualisiere. Niemand reißt mir einfach die Zügel aus der Hand. Niemand stellt mittendrin die Weichen um. Ich kann alles langsam aufbauen, vom Groben zum Feinen, es formen wie ein Bildhauer eine Skulptur aus einem Klumpen Lehm. Ob es mir gelingt, weiß ich natürlich nicht, aber diese wunderschönen Tassen haben mir gezeigt, dass es theoretisch möglich ist, dass es in der realen Welt etwas gibt, das sich momentan noch diffus als Gefühl/Idee in meinem Kopf herumgeistert, aber hoffentlich nächstes Jahr auf meinem Bildschirm zu sehen sein wird.

Leider habe ich mir diese Tassen nicht gekauft. Hoffentlich sind sie beim nächsten Mal noch da.

Inktober und ein neues Projekt

Inktober hat begonnen und ich bin erstmals seit Jahren pünktlich. Es fing schon super an, als ich meinen Füller öffnete und erstmal zwei fette Tintenkleckse auf die Skizze platschten. Das Bild ist leider nicht so gut geworden, daher poste ich es nicht hier im Blog. Wahrscheinlich werde ich Ende des Monats eine Übersicht aller Inktober-Bilder posten. Ich hoffe, ich kriege mindestens dreißig zusammen, dann könnte ich nämlich ein kleines Büchlein daraus binden.

Vorhin habe ich mit den ersten Entwürfen für mein neues Horrorspiel-Projekt begonnen. Nachdem ich lange Blender nicht mehr angerührt habe, ist alles ganz ungewohnt, aber so langsam komme ich wieder rein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alles noch offen. Ich gestalte erstmal ein paar Platzhalter-Assets und baue grob ein Haus damit. Die Vorgehensweise ist zugegebenermaßen nicht ganz optimal, da ein Grundrissplan sinnvoller wäre, aber darum kümmere ich mich später. Erst möchte ich ein paar Fenster und Vasen zusammenklicken.

In meinem Bücherschrank steht schon seit neunzehn Jahren ein Einrichtungsbuch von 1977. Die Leute hatten damals nicht nur komische Frisuren, sondern auch komische Einrichtungsgegenstände. Von letzterem lasse ich mich inspirieren, um hoffentlich die »altmodische«, verstaubte Atmosphäre umsetzen zu können, die mir für das Spiel vorschwebt. Das Buch ist so alt, dass ich gar nicht weiß, ob das Beige vom Papier und die dunklen, gelb-/blaustichigen Farben auch im Original mal so waren.

Dekoration jedenfalls wird eine krasse Herausforderung für mich, weil ich kein Dekomensch bin. Zum Glück passt »Rumpelkammer« zum Spiel, sodass ich nur überlegen muss, was die Hausbesitzerin so alles in ihrem Leben angeschleppt haben könnte. Bissi Möbel zu designen wäre auch nicht übel, obwohl das nun gar nicht meine Domäne ist.

Ich freue mich jedenfalls und widme mich in den kommenden Tagen diesem Vorhaben, solange ich noch Zeit habe. Und natürlich Inktober.

Lang ist’s her

Lang ist’s her, dass ich zuletzt einen Blog oder gar eine Internetseite hatte. Meine allererste hatte ich 2001 oder 2002. Selbst zusammengeschustert in einem Baukastenprogramm. Aber was als dreizehn-/ vierzehnjährige legitim war, geht heute natürlich nicht mehr. Seit 2004 blogge ich in unregelmäßigen Abständen.
Momentan bin ich dabei, mir wieder eine Seite einzurichten. Bis ich die ganzen Einstellungen in WordPress wieder hingebogen habe, wird erst einmal eine Weile ins Land ziehen. Dann muss natürlich ein nettes Design her. Mit letzterem tu ich mich besonders schwer.

Die eigene Arbeit zu präsentieren liegt mir nicht. Ich habe schon eine gefühlte Million Designs für mich entworfen, aber schon nach wenigen Tagen konnte ich sie nicht mehr ertragen. Soll es ein dunkles Design werden oder ein helles? Setze ich auf Klarheit oder Verspieltheit?
Das große Problem ist: Meine Arbeit ist so vielschichtig, dass ich eigentlich mehr als eine Seite brauche. Eine für meine Romane, eine für Concept Art, eine für Grafik-/ Typedesign und eine für meine kitschigen Illustrationen (ja, sowas mach ich auch noch).

Noch habe ich nicht durch die gesamte Funktionalität von WP durchgeblickt. Seit damals hat sich viel getan. So viel mehr ist möglich. Vielleicht brauche ich doch nicht vier Seiten, sondern kann alles in eine integrieren, aber mit wenig technischem Aufwand gut genug voneinander getrennt.

Mal sehen, wie es sich entwickelt …